German Story 11 Stiefeltausch 2
from Schrat
Das helle Licht der Morgensonne und der Lärm auf dem Hof weckten Cyril aus seinem Schlaf. Noch ganz benommen stieg er aus seinem Bett und ging zum Fenster. Draußen war bereits heller Tag. Cyril rieb sich die Augen. Er war ein zierlicher junger Mann von 20 Jahren mit anmutigen Gesichtszügen und feinem krausem Haar. Seine Eltern hatten ihn auf einen Bauernhof zur Kur geschickt, damit er etwas kräftiger würde. Im Moment aber stand er barfuss und im Nachthemd am Fenster seines Gästezimmers und sah hinaus. Auf dem Hof hantierte Lisa, die Magd. Sie war eine stämmige Frau von etwa 22 Jahren, groß und kräftig mit langem blonden Haar und von der Sonne gebräunter Haut. Sie trug ein Schürzenkleid und grobe Holzpantinen an ihren nackten Füßen. Cyril hatte sofort ein Auge auf sie geworfen und wollte mehr von ihr sehen, doch plötzlich war sie im Kuhstall verschwunden. Schnell zog er sich eine Hose über und Sandalen an die Füße. Dann lief er hinaus. Vor dem Kuhstall versteckte er sich in einer Nische von der aus er Lisa gut beobachten konnte. Sie saß auf einem Melkschemel und molk die Kühe. Ihre Holzpantinen standen ordentlich nebeneinander am Eingang zum Kuhstall. Statt dessen trug sie jetzt schwarze Gummistiefel. Nachdem sie die Kühe fertig gemolken hatte, schüttete sie die Milch in eine Milchkanne und trug diese, ohne Cyril zu bemerken, nach Draußen auf den Hof.
Anschließend nahm sie eine Mistgabel und ging damit zurück in den Stall. Sogleich fing sie an, den Stall auszumisten. Hierzu gabelte sie das schmutzige Heu auf und packte es auf eine Schubkarre. Als die Schubkarre voll war, schob sie selbige zum Misthaufen. Um den Mist besser verteilen zu können, stellte sie sich mit ihren Gummistiefeln in den warmen Mist und begann, mit der Heugabel den Inhalt der Schubkarre auf dem Misthaufen zu verteilen. Doch plötzlich versank sie mit ihren Gummistiefeln fast bis zum Rand im Mist. "Verdammt!", fluchte sie und versuchte, ihre Füße zu befreien. Doch die Stiefel steckten fest. Cyril beobachtete sie angeregt. Dann wurde es spannend: Lisa bewegte ihre Füße immer stärker. Mit einem Ruck versuchte sie ihren rechten Fuß samt Stiefel aus dem Mist zu ziehen, doch der Stiefel blieb stecken. Nur ihren nackten Fuß hatte sie befreit. So blieb ihr nichts anderes übrig, als auch den linken Stiefel auszuziehen und sich dann barfuss in den Mist zu stellen und mit den Händen die Stiefel herauszuziehen. Endlich gelang es ihr beide Stiefel zu befreien. Sie ging mit den Stiefeln zur Wasserpumpe, die in der Mitte des Hofes stand. Dort wusch sie erst ihre Füße, dann spritzte sie die Stiefel ab. Hiernach setzte sie sich mit den Gummistiefeln auf eine Bank und fing an, den Dreck von den Sohlen der Stiefel zu kratzen.
Sie war völlig in diese Arbeit vertieft, als Max und Anna, die beiden Kinder des Bauern angelaufen kamen. Die beiden waren gut mit Lisa, der Magd, befreundet und suchten immer ihren Rat. "Du Lisa!", fragte Max, "Meinst Du, Anna und ich können heute ins Moor gehen?". "Klar!", sagte Lisa, "Aber ihr solltet Gummistiefel an die Füße ziehen." "Au ja! Gummistiefel!", riefen die beiden Kinder im Chor und rannten los zu der Stelle, wo ihre Gummistiefel standen. Max stülpte sich hastig seine gelben Gummistiefel über, während Anna ihre Füße langsam in ihre blauen Stiefel gleiten ließ. Dann waren die Kinder auch schon verschwunden.
Cyril hatte sich unterdessen entschlossen, Angeln zu gehen. Er holte nur schnell seine grünen Gummistiefel und seine Angel und ging dann zum nahen Bach. Am Bach angekommen, legte er seine Angel zur Seite und zog seine Sandalen aus. Dann stieg er mit seinen vom Straßenstaub dreckigen, nackten Füßen in die Gummistiefel, nahm seine Angel und watete in den Bach. Es dauerte nicht lange, da liefen seine Stiefel gurgelnd voll Wasser. Aber das machte ihm nichts. Denn es war inzwischen sehr warm geworden und das Wasser war angenehm kühl. Als er dann aber nach über einer Stunde noch nichts gefangen hatte, wurde er müde. Cyril stieg aus dem Wasser und ging die Uferböschung hinauf. Bei jedem Schritt schwappte Wasser aus seinen bis zum Rand gefüllten Gummistiefeln. Als er die Wiese oberhalb des Baches erreicht hatte, setzte er sich ins Gras, zog sich die Gummistiefel von den nackten Füßen und döste ein wenig.
Es dauerte aber nicht lange, da hörte er nicht weit entfernt eine Frau fluchen. Schnell stieg er in seine feuchten Gummistiefel und lief in die Richtung aus der das Fluchen kam. Es war Lisa, die so laut schimpfte. Auf einem frisch bewässerten Acker hatte sie Saatgut ausstreuen wollen und war nun mit ihren Gummistiefeln hoffnungslos im Matsch versunken. "Kann ich dir helfen?", fragte Cyril. "Ja verdamm' mich! Ich steck' mit den damischen Gummistiefeln im Dreck und kum nimma 'raus!", fluchte sie zurück. "Warum ziehst Du sie nicht einfach aus?", wollte Cyril wissen. "Weil mei Füas auch do herinnen stecken und ich die kaum noch bewegen kann!", jammerte Lisa. Cyril machte ein paar Schritte auf Lisa zu und versank sogleich selbst bis zu den Knöcheln im Schlamm. "Jetzt steck ich auch fest!", rief er, "Gib mir trotzdem deine Hände. Vielleicht kann ich dich herausziehen!". Er griff Lisas Arme und zog mit aller Kraft. doch je mehr er sich anstrengte, desto tiefer versank auch er im Matsch.
Da kamen Max und Anna des Weges. In beider Gummistiefel gluckerte die Moorbrühe und die beiden Kinder waren von oben bis unten mit Matsch beschmiert. "Jetzt kummt schoa und ziehst uns 'naus!", rief Lisa den beiden zu. Zuerst mussten die beiden Kinder lachen. Dann aber schritten sie zur Tat. Weil es ihnen heute im Moor schon ähnlich ergangen war, stellten sie die Sache aber klüger an. Zuerst zog Max seine gelben Gummistiefel aus. Seine braun verschmierten nackten Füße kamen daraufhin zum Vorschein und die braune Moorbrühe ergoss sich aus seinen Stiefeln über den Feldweg. Dann zog auch Lisa ihre Stiefel aus, die ebenfalls gut mit Matsch gefüllt waren. Dann gingen die beiden Kinder barfuss auf den Acker, denn so konnten sie nicht stecken bleiben. Cyril, dem dank seiner zierlichen Gestalt seine grünen Gummistiefel eigentlich viel zu groß waren, hatte es inzwischen geschafft wenigstens seine Stiefel auszuziehen und stand nun ebenfalls barfuss im braunen Matsch. Mit vereinten Kräften zogen sie an Lisas Armen. Klatsch! Plötzlich flutschten Lisas Füße aus ihren schwarzen Gummistiefeln und die Magd landete der Länge nach im Matsch. Nachdem Cyril und die Kinder Lisa wieder auf die Beine geholfen hatten, fehlte von Lisas Stiefeln jede Spur. Sie waren auf nimmer Wiedersehen im Matsch des Ackers versunken.
Cyril, ganz gentleman-like, holte daraufhin für sich seine Sandalen und bot Lisa an, für den Heimweg seine grünen Gummistiefel anzuziehen. Dankbar nahm Lisa an und nachdem sie gemeinsam die Stiefel aus dem Schlamm gezogen hatten, glitten Lisas nackte Füße in sie hinein. Die teuren, handgefertigten Naturkautschukstiefel mit dem weichen Baumwollfutter waren gar kein Vergleich zu ihren groben Arbeitsstiefeln. So wohl hatten sich ihre Füße noch nie in einem Paar Gummistiefel gefühlt! Und Cyril gefiel, dass eine Frau seine Gummistiefel an ihren Füßen trug. Er konnte während des ganzen Weges kaum seine Augen von den Stiefeln an Lisas Füßen nehmen.
Zum Dank durfte Cyril bei Lisa im Heu übernachten. Aber natürlich musste er seine Gummistiefel mitbringen ...