German Story 22 Fotosession am See from Peter
Eva war mächtig gut drauf. Das Wetter war schön, gerade weil die seit Tagen andauernde Hitze nachgelassen hatte, aber es war immer noch sehr warm. Eigentlich war es recht merkwürdig, auf dem Weg zu einer Hausarbeit gut drauf zu sein, aber erstens war es eine praktische Gruppenarbeit und zweitens machte sie die mit Thomas zusammen und das vor allem stimmte sie froh.
Eva studierte, ebenso wie Thomas, Fotografie an einer Fachhochschule in Köln. Sie hatte Thomas schon vor einiger Zeit in der Uni bemerkt, aber da er häufig in Begleitung einer gutaussehenden Blondine war, ihn trotz seines guten Aussehens nicht weiter beachtet. Seit Anfang des Semesters hatte sich das etwas geändert, seit sie in einem Seminar zu angewandter Naturfotografie nebeneinander saßen. Die Blondine, Sandra, war zwar auch dabei, aber Eva hatte rausgefunden, dass diese gar kein Interesse an Thomas zu haben schien. Sie war ihm gegenüber (und ihr erst recht) zickig, trug die Nase sehr hoch und nutzte Thomas, wo es ging, aus. Leider schien dies Thomas egal zu sein.
Aber heute würde sich das ändern! Heute würde sie mit Thomas alleine sein, an einem Sommertag im Wald und ohne Sandra!
Der Professor hatte am Anfang der Ferien Themen für die Abschlussarbeit verteilt und da Thomas Eltern nahe einem Feuchtgebiet im Sauerland wohnten und Eva nicht weit davon, hatten sie sich beide für "Leben am Wasser" gemeldet. Zu Evas großer Freude als einzige. Zwar war später noch Sandra dazugestoßen, die an diesem Tag mal wieder gefehlt hatte, aber nachdem diese festgestellt hatte, wohin man dafür musste und Thomas ihr erklärt hatte, sie solle sich Gummistiefel besorgen, hatte sie sich wieder mal bei Thomas eingeschleimt und Eva war sich sicher, das war ihr gelungen, so dass sie heute nicht zu kommen brauchte.
Die aufgestylte Disco-Tusse Sandra in matschverschmierten Gummistiefeln... - Eva musste grinsen bei dem Gedanken. Zufrieden strich sie über ihren Rucksack. Ja, heute würde sie Thomas ködern.
Eva hatte sich extra für diesen Tag ein paar Gummistiefel kaufen müssen, aber das war ihr egal gewesen. Thomas schien da Wert drauf zu legen und wenn sie ihm für schlappe zwanzig Mark eine Freude machen konnte... Aber als sie dann im Großmarkt stand und die Auslage an klobigen schwarzen und gelben Arbeiterstiefeln besah, hatte sie doch Zweifel bekommen. Auch wenn sie als graue Maus galt; da rein würde sie ihre Füße nicht zwängen. Und so war sie dann von Schuhladen zu Schuhladen gepilgert und war immer noch unzufrieden. Mittlerweile war ihr die Sache wichtig geworden und außerdem bekam sie langsam Lust an der Anprobiererei. Und dann hatte sie in diesem Fachladen für Gummiartike ihre Stiefel gesehen: Kniehoch, himmelblau und glänzend wie frisch poliert, mit grauer Sohle und Stulpen. Zwar gab es sie nur noch in 41, eine Nummer zu groß, aber ihre Füße hatten sich spontan so wohl in dem flauschigen Baumwollfutter gefühlt, dass sie den stolzen Preis von 69,90 DM ohne zu Zögern zahlte. Aus irgendwelchen Gründen konnte sie es nun kaum erwarten, sie Thomas zu zeigen...
Sandra dagegen war sauer. Dreimal hatte sie Thomas gestern noch angerufen und hatte ihn gebeten bis angefleht, die Arbeit für sie mitzumachen. Hatte sich rausgeredet, krankgestellt und zum Schluss sogar angeboten, die Fotos alleine zu entwickeln, ordnen und beschriften. Aber der sonst immer so nachgiebige Thomas war hart geblieben. Entweder sie käme mit oder sie könnte sich eine andere Gruppe suchen. Das war so kurzfristig unmöglich und das wusste er auch, deswegen hatte er zum Schluss noch mal betont, dass sie an die Gummistiefel denken solle. Hah! Gummistiefel! Wo bitteschön, sollte sie die hernehmen an einem Samstag Nachmittag? Sowas hatte sie das letztemal mit 12 getragen. Und dann war es ihr eingefallen: Die beknackte Idee ihrer Eltern, ihr zum 14.Geburtstag eine Woche Ferien auf dem Bauernhof zu schenken, zusammen mit einem neuen Paar Gummistiefel, eine Nummer zu groß, zum reinwachsen. Erfahrenes Großstadtkind, das sie war, hatte sie aber Schweine füttern und Kühe melken aus dem Weg gehen können und so schlummerten die Stiefel noch immer originalverpackt im Schuhkarton im Keller. Das war zwar sieben Jahre her, aber urplötzlich hatten ihre Füße damals aufgehört zu wachsen und so waren sie eigentlich immer noch eine Nummer zu groß.
Ihre abendliche Verabredung für die Disco hatte sie natürlich nicht abgesagt. Zwar war es nach der Aktion sicher schon zu spät, um nochmal nach Haus zu fahren und sich umzuziehen, aber sie beabsichtige ja auch gar nicht, sich dreckig zu machen. Die Drecksarbeit konnten die anderen machen, sie würde fotografieren und dann verduften.
Immerhin hatte sie so viel schlechtes Gewissen gehabt und Thomas unerwartete Widerstandskraft sie so sehr beeindruckt, dass sie nochmal an der Tanke angehalten und für jeden zwei Dosen Eistee besorgt hatte. Die lagen jetzt zum Schutz vor der Sonne im Rucksack in den Stiefeln. Als sie vor dem Haus von Thomas Eltern hielt, wischte sie sich den Schweiß von der Stirn. Sie würde sich auf jeden Fall neu schminken müssen, es war noch heißer als sie dachte, geradezu schwül.
Thomas schließlich war auch sauer, nämlich auf Sandra! Dreimal hatte sie ihn angerufen und rumgemeckert, aber sie besaß nunmal die beste Kamera und war die beste Fotografin von ihnen dreien. Das hatte er zwar weder ihr noch Eva so gesagt, aber er war es auch leid, sich von ihr rumschubsen zu lassen, ohne was dafür zu kriegen. Ja, Sandra war ein geiles Stück, aber das wusste sie leider auch und Thomas hatte das mittlerweile auch bemerkt und war entschlossen, den Spieß umzudrehen. Vielleicht würde sie ja dann auf ihn anspringen.
Der andere Grund war natürlich, dass er neugierig war, was sie für Gummistiefel auftreiben würde. Das war er zwar auch bei Eva, aber im Vergleich... Wahrscheinlich würde diese in ihrer üblichen Latzhose kommen, mit ein paar Arbeiterstiefeln - vollkommen unerotisch. Beim Gedanken an Sandra in Designerboots wurde er dagegen geil wie selten.
Seit seiner Kindheit hatte er im Wald gespielt, meist mit Mädchen, und dabei seine Liebe zu Gummistiefeln entdeckt. Deswegen saß er seit einer halben Stunde am Fenster und wartete auf Sandras roten Fiesta. Da war sie! Sie parkte in der Auffahrt, wo normalerweise der Audi seines Vaters stand (Seine Eltern waren übers Wochenende weg!), nahm eine Tasche vom Beifahrersitz und stieg aus...
Thomas stöhnte. Das konnte nicht wahr sein! Sandra sah aus, als wollte sie in die nächste Housedisco und nicht in den Wald. Geschminkt wie immer, die blonden Haare ein Stück hochgesteckt, trug sie eine weiße zusammengeknotete Bluse über einem dunkelblauen bauchfreien Top, einen gleichfarbigen Minirock und ihre nylonbestrumpften Beine steckten in hohen weißen Lackstiefeln mit Plateausohle. Auch geiles Schuhwerk, aber für diesen Zweck doch wohl denkbar ungeeignet.
Er verließ seinen Fensterplatz und öffnete ihr. Seinen zweifelnden Blick zu ihren Beinen deutend, wollte sie gerade etwas entgegnen, als Eva um die Ecke kam. Sandras Mund blieb offen stehen und sie sah, dass auch Thomas baff war. Die sonst so graue bleiche Maus hatte ihre Brille gegen Kontaktlinsen eingetauscht, die langen braunen Haare waren nicht wie sonst immer hinten zusammengesteckt, sondern fielen ihr locker über die Schultern herab und die bisherigen Semesterferien hatte sie offensichtlich im Süden verbracht, denn ihre sonst recht bleiche Haut hatte eine schokoladige Färbung bekommen, wenn auch Vollmilch. Dazu trug sie ein bauchfreies Shirt und sehr kurze Jeansshorts. Ihre nackten Beine endeten in alten Nikes. Über die Kleiderwahl konnte man streiten, fand Sandra, aber sonst sah das Mädel eindeutig klasse aus.
Allerdings schien Eva selbst auch aus der Fassung zu sein, was Sandra wieder auf ihr Aussehen bezog. "Ich hab heute abend noch was vor", blaffte sie eine Spur zu laut und weckte Thomas aus seinem Traum, "und diese Stiefel sind sehr bequem!" Das stimmte, zu ihrer eigenen Überraschung mehr, als sie bis jetzt bemerkt hatte. Thomas riss sich zusammen: "Okay, packt Euer Zeug, wir machen gleich los!"
Eine Viertelstunde Fußmarsch auf einer kleinen Dorfstraße später, war Sandra endgültig mies gelaunt. Sie hatte vorgehabt, Thomas links liegenzulassen und ihn so dafür zu bestrafen, dass er sie gezwungen hatte mitzukommen. Stattdessen lief es andersherum. Thomas hatte nur noch Augen für Eva und unterhielt sich mit ihr angeregt über das kommende Projekt. Zudem war es schwül, ihre Stiefel waren staubig geworden und auch wenn sie es nie zugegeben hätte, ihre Füße kochten darinnen. Gummistiefel, hah! Sie liefen zwar schon geraume Zeit an einem Waldstück entlang, aber die gelegentlich abzweigenden Forstwege waren staubtrocken. Wo sollten sie hier Gummistiefel brauchen?
In diesem Moment bog Thomas links ab, bog ein paar Zweige zur Seite und gab einen schmalen Trampelpfad frei. Eva und Sandra folgten ihm und sofort merkten beide, dass es merklich kühler wurde. Zwar war der Boden nur spärlich bewachsen, das dichte Blätterwerk verhinderte jedoch starke Sonneneinstrahlung trotzdem und nach ein paar Schritten wurde in der Tat der Untergrund weicher und man hörte auch schon einen Bach plätschern. Thomas setzte sich auf einen Baumstamm. "Wir ziehen jetzt besser die Stiefel an. Ab da vorne kann´s sonst ziemlich ungemütlich werden." Und mit diesen Worten zog er seinen Rucksack ab.
Sandra nutzte die Gelegenheit und beeilte sich, vor Eva neben ihm zu sitzen. Sie fühlte sich plötzlich bemüht, etwas gutzumachen. Sie kramte in ihrem Rucksack und holte die noch relativ kühlen Eistee-Dosen aus ihren Stiefeln. Sie reichte beiden, Eva wie Thomas eine, betrachtete deren verblüffte Gesichter nicht, sondern beeilte sich aus ihren gluthöllenartigen Boots rauszukommen. Dann packte sie ihre Gummistiefel aus, wischte den Staub von den Lackstiefeln und ordnete sie sorgfältig, dass sie keinen Knick bekamen stattdessen in den Rucksack. Als ihre Füße dank der Nylonstrümpfe und der Übergröße geschmeidig in die Gummistiefel glitten, durchfuhr sie ein angenehmer Schauer. Die verbliebene Kühle der Dosen und der bequeme Platz verpassten ihr ein völlig neues Fußgefühl und sie musterte ihre neuen alten Schuhe mit Erstaunen. Gar nicht so übel...
Thomas durchlebte währenddessen eine überraschende Glücksphase nach der anderen. Erst die veränderte Eva, dann die plötzlich so nette Sandra und nun deren Stiefel. Thomas war sich sicher, dass er solche Gummistiefel schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Er war sich sogar sicher, dass sie in dieser Serie und Farbkombination gar nicht mehr verkauft wurden. Seine Schwester hatte früher mal gleiche gehabt, auch hellgrau mit weißer Sohle und diesem ultrakurzen, nach innen gewellten Rand. Aus der Romika-Kinderserie mit dem Gesicht auf der Sohle, das auch Sandras hatten, was diese gar nicht wusste. Thomas kannte sich aus mit Romikas: Er trug schon seit Jahren welche. Erst die gelben mit dunkelblauem Stulpen und Sohle, dann die blauen mit gelbem, dann die blauen mit grün, dann die grünen mit lila und jetzt die roten mit dunkelblau. Das glänzende Gummi und das dünne weiche Baumwollfutter hatten es ihm angetan. Er sah rüber zu Eva und war endgültig der Ohnmacht nahe...
Eva betrachtete verstohlen lächelnd, dass die 69,90 DM ihr Geld wert gewesen zu sein schienen. Zugegeben die Dinger waren trotz der einen Nummer Übergröße auch verdammt bequem, aber zumindest in der Höhe hatte sie Sandra mit ihren lächerlichen 30cm Kinderstiefelchen locker ausgestochen. Sie hob ein Bein und beobachtete, wie sich einzelne Sonnenstrahlen lustig in dem hellblauen Gummi spiegelten, spreizte abwechselnd den Fuß ab und zog ihn wieder an, so dass mal der Schaft abstand, mal sich an ihr Bein schmiegte, mal der Gummi glatt war, mal interessante Falten warf. Ihr Blick begegnete dem Sandras und beide lächelten kurz.
Dann stand Thomas plötzlich ruckartig auf und mahnte zum Aufbruch. Die drei packten ihr Zeug und gingen los. Thomas vorneweg, Eva hinterher und dann Sandra. Als sie den Bach überquert hatten wurde das Terrain matschiger und die Fauna größer, aber Thomas wollte noch weiter bachabwärts zu einem See, um dort die Fotos zu machen. Sandra war wieder ein Stück die alte geworden, maulte leise rum und machte die wildesten Verrenkungen, um dem Matsch aus dem Weg zu gehen, was ihr auch erstaunlich gut gelang. Obwohl ihre mit Schuhgröße 37 recht kleinen Füße geradezu prädestiniert schienen einzusinken und sie zudem den schweren Rucksack mit den restlichen Dosen, ihren Boots und vor allem der schweren Fotoausrüstung trug, blitzten und blinkten die hellgrauen Stiefel noch immer in der Sonne und bloß an der Sohlenaußenseite waren bereits Spritzer und kleine hängengebliebene Blätter zu sehen.
Eva dagegen war geradezu wild darauf, ihre neuen himmelblauen Freunde zu taufen. Am erstem tieferen Morast blieb sie stehen und setzte genüsslich erst die Spitze, dann die Sohle des rechten Stiefels auf. Dann verlagerte sie ganz allmählich das Gewicht auf dieses Bein und beobachtete genüsslich, wie der Matsch erst vor ihrem Fuß zurückwich, dann diesen umschloss, um schließlich ganz über ihren Zehen zusammenzufließen, so dass der Stiefel vom Knöchel abwärts weg war. Nicht ganz überrascht musste sie feststellen, dass sie erregt war.
Thomas und Sandra waren ebenfalls stehengeblieben und während letzterer Evas Aktion mit einem zweifelnd angewidertem Gesicht betrachtete, war Thomas endgültig im siebten Himmel angekommen. Dass Eva sich sein Lieblinsgsschlammloch ausgewählt hatte, hielt er nicht für nötig zu erwähnen, bevor er das Schauspiel ausreichend genossen hatte. Und dass nur am Rand fester Halt war und die Trägheit des Morastes locker durch seine Tiefe wettgemacht wurde, würde sie schon selbst rausfinden.
Währenddessen verlagerte Eva entschlossen das rechtliche Gewicht ohne weiter einzusinken und zog schnell den anderen Fuß nach, um dasselbe Spiel nochmal abzuziehen. Ein bisschen zu schnell, wie sie feststellen musste. Durch die ruckartige Bewegung verlor sie die Balance, machte einen großen Schritt und musste ihr ganzes Gewicht auf das nachgezogene Bein legen. Dabei sank sie mit einem Mal so weit ein, dass sie abermals das Gleichgewicht verlor und auch das erste Bein wieder nachziehen musste, mitten ins Loch hinein. Evas Stiefel mochten gut und gerne 40cm hoch sein, aber davon staken jetzt bereits gute 30 im Matsch - und sie sank! Als sie merkte, dass sie rechts keinen Halt bekam, legte sie sich wieder etwas nach links um den rechten Stiefel rauszuziehem und woanders festen Boden zu suchen. Das gelang ihr zwar leidlich auf einem im Matsch versunkenen Ast, sie bemerkte dabei aber nicht, wie weit mehr sie links währenddessen weiter eingesunken war. Plötzlich jedoch spürte sie etwas kaltes an ihrem linken Bein und sah zu ihrem Schrecken, dass ihr linker Stiefel komplett bis zum Stulpenrand im Matsch stak und ein dünnes braunes Rinnsal an einer Stelle bereits über den Rand lief. In Panik versuchte sie sich zu befreien, legte sich dabei wieder nach rechts, und in dem Moment, wo ihr Stiefel freikam, brach der Ast, auf dem sie stand und sie hatte wieder dasselbe Problem, bloß diesmal beidseitig. Schon konnte sie spüren, wie sie wieder sank und der Schlamm an der Außenseite hoch stieg, wie ein gefräßiges Tier. Auf der rechten Seite begann abermals ein kleines Rinnsal über den Rand zu laufen und es war nur eine Frage der Zeit, wann der Stoffstulpen sich dem Druck des Schlammes beugen würde. An einer Stelle beulte er sich schon gefährlich weit nach innen. Eva beugte schnell das Bein dagegen, was die Gefahr aber bloß dazu brachte, die Seite zu wechseln.
Plötzlich stand Thomas hinter ihr. "Beweg dich nicht und nimm das hier, um dich abzustützen!" Er reichte ihr einen dicken stabilen Stock, den sie vor sich in den Boden rammte. Dann legte sie ihr ganzes Gewicht darauf, um sich hochzuziehen oder wenigstens zu verhindern, dass weiterer Schmodder in ihre neuen Freunde eindrang. Das klappte auch, aber zu ihrem Entsetzen musste sie feststellen, dass sie ansonsten keine Gewalt mehr über ihre Gummistiefel hatte. Im Gegenteil rutschen ihre Füße mit den dünnen Söckchen hilflos halb schon aus den Stiefeln raus, halb noch darin herum. Sie hätte problemlos herausschlüpfen können, aber dafür waren ihr die himmelblauen zu schade. Im Gegenteil wollten ihre Füße wieder hinein, womit sie die Lage eher verschlimmerte.
Thomas hatte währenddessen auf zwei herbeigeschleppten Steinen Halt gefunden und bemühte sich, seine Geilheit zu verbergen, als er sich zu Evas Beinen vorbeugte. Aber diese war zu sehr mit sich selbst beschäftigt um überhaupt etwas zu bemerken und Sandra betrachtete die beiden nur spöttisch aus sicherer Entfernung. Als Eva merkte, wie Thomas sie am Bein packte, spürte sie plötzlich ein ähnliches Gefühl wie er und fand das doch sehr ironisch. "Dam steh ich hier doch fast bis zu den Knien im Morast und genieße es", dachte sie. Dann gruben sich auch schon Thomas Hände in ihre Stiefelränder und begannen zu ziehen, während sie sich mit aller Kraft aufstützte. Mit vereinten Kräften gelang es ihnen schließlich, sie zu befreien. Eva hauchte Thomas einen Kuss auf die wange. "Mein Retter!" flüsterte sie schmunzelnd und schaute dann nach unten. Ihre ehemals brandneuen himmelblauen Gummistiefel glänzten überhaupt nicht mehr, sondern waren von oben bis unten mit einer dünnen trocknenden braunen Schicht überzogen. Die paar reingelaufenen Tropfen spürte sie schon gar nicht mehr, zog sich sicherheitshalber aber doch die Strümpfe aus und genoss das Gefühl des Baumwollflaums auf der nackten Haut, als sie wieder in die Stiefel hineinschlüpfte.
Wenige Minuten später waren sie am See angekommen und nachdem sie sich darauf geeinigt hatte, was sie fotografieren wollten und wie, hatte Sandra sich an die Arbeit gemacht und die ersten Fotos geschossen. Dabei ging sie weiter geschickt jedem Matsch aus dem Weg, schließlich hatte sie noch was vor. Nach einer knappen Stunde hatte sie entschieden fertig zu sein und fragend die anderen angeblickt. Aber die wollten unbedingt noch einen Frosch oder wenigstens ein paar Kaulquappen auf Film bannen und verteilten sich, um zu suchen. Sandra hatte zwar kurz aufmucken wollen, hatte sich dann aber an den See gesetzt und beschlossen ein Sonnenbad zu nehmen. Und da saß sie nun, hielt ihre Gummistiefel ins Wasser, damit ihre Füße kühl blieben und beobachtete die anderen. Die Sonne hatte sich leider hinter ein paar Wolken verzogen und es war so schwül geworden, dass sie sich das Top unter der Bluse ausgezogen hatte, um es nicht jetzt schon durchzuschwitzen. Dass Thomas sie dabei beobachtet hatte, war ihr angenehm aufgefallen, immerhin nahm er sie also schon wieder war.
Thomas hatte sich währenddessen auf die Seite des kleinen Sees begeben, wo inmitten einer großen bewachsenen Sumpfwiese der Bach hineinfloss. Zum einen hoffte er hier, einen Frosch zu finden, zum anderen hatte er etwas vor. Eva hatte den See auf der anderen Seite umrundet, wo das Ufer fest war, war nun aber nicht mehr allzu weit von ihm entfernt. Das schien ihm der richtige Zeitpunkt zu sein. "Sandra!" rief er, "komm doch bitte mit der Kamera mal rüber, ich glaube ich hab hier was!"
"Komm doch und hol sie selbst!" - "Ach komm, zick jetzt nicht rum, das ist doch viel umständlicher!" Sandra murrte nochmal leise, aber nur der Form halber. In Wirklichkeit war sie ganz froh, dass sie wieder gebraucht wurde. Das gab ihr das Gefühl von Überlegenheit und hob ihre Selbstbestätigung. Sie schnappte sich den Rucksack und eilte um den See zum Rand der Sumpfwiese. Sie hatte gesehen, dass Thomas kaum bis zum Knöchel eingesunken war, als er sie überquert hatte und hatte deswegen keine Bedenken. Dass dieser, der sich hier bestens auskannte, auf einem im Schlamm versunkenen Baumstamm gelaufen war, konnte sie nicht wissen. Sie stieg die kleine Böschung hinunter und setzte mehr aus Ekel denn aus Furcht den linken ihrer kleinen hellgrauen Gummistiefel in den Matsch. Es gluckerte ein bisschen, aber tiefer als Knöchelhöhe schien es tatsächlich nicht zu sein. Um nicht als Feigling zu gelten zog sie forsch den anderen Fuß nach und machte ein paar große Schritte. Urplötzlich aber zerrte der Morast an ihren Stiefeln und ehe sie ihren Schwung bremsen konnte, war sie aus beiden herausgeschlüpft und stand nur noch mit ihren Nylons im Matsch. Dabei hatte sie sich eine gewaltige Laufmasche gerissen. Sandra fluchte und schaute zornig-verlegen nach den anderen, aber Thomas hatte sich schnell weggedreht um sein Grinsen zu verbergen und Eva war nicht weit von ihr mit irgendwas beschäftigt und hatte gar nichts mitbekommen. Wütend stapfte Sandra zu ihren Stiefel zurück, die unschuldig im Matsch staken, kaum bis über den Knöchel eingesunken und zerrte sie heraus. Dann zog sie die kaputten und vollgematschten Nylons aus und schlüpfte wieder hinein. Der Gummi rieb sich angenehm an ihrer nackten Haut und ihre Laune besserte sich wieder ein wenig. Was war schon das bisschen nasse Erde? Und ihre braunen Beine waren auch ohne Strumpfhose noch sehr anschaulich. Sie warf die Nylons weg und ging weiter. Zu Anfang war sie noch unbewusst auf Graswurzeln gelaufen und so kaum eingesunken, aber gegen Mitte der Wiese wurden diese weniger und der Schlamm flüssiger und tiefer. Mit jedem Schritt sank sie tiefer ein und musste ziemlich kämpfen, um in den Stiefeln zu bleiben. Wenn ihre Füße doch nochmal ein bisschen gewachsen wären...
Plötzlich steckte sie fest! Sie bückte sich, um ihren rechten Stiefel mit den Händen herauszuziehen. Aber als ihr das gelungen war, steckte der linke fest, der auch schon verdächtig weit eingesunken war. Keine fünf Zentimeter trennten den Schlamm noch vom Rand. Sandra war entschlossen sich nichts anmerken zu lassen und wollte sich abermals herausziehen, aber diesmal gelang ihr das nicht. Beide ihrer kleinen grauen Gummistiefel waren fest im Schlamm gefangen und sanken zudem weiter ein. Vor ihr sah sie einen langen Stock liegen und sie erinnerte sich an Evas vorherige Aktion. Sie hoben ihn auf, steckte ihn vor sich in den Schlamm und begann sich daran hochzuziehen. Zu ihrem Schrecken musste sie jedoch feststellen, dass sie bloß wieder im Begriff war herauszuschlüpfen, ihre Stiefel dagegen bewegten sich keinen Millimeter. Im Gegenteil musste sie mit leichter Panik feststellen, dass der Schlamm im Begriff war, über den niedrigen noch weißen Rand ihres rechten Stiefels zu fließen. Machtlos beobachtete sie, wie der Gummi gegen ihr Bein gedrückt wurde, dann an gleich zwei Stellen der Schlamm übertrat und schließlich spürte sie erregt schaudernd, wie dieser innen an ihrem Bein hinunterlief. In dem Moment, wo sie fasziniert sehen konnte, wie links das gleiche geschah, packte sie jemand am Arm.
Eva hatte gesehen, dass Sandra in Schwierigkeiten war und da Thomas weiterhin vorgab, nichts zu bemerken, war sie mit großen Schritten zu ihr gelaufen, dabei ganz auf die Höhe ihrer Blauen vertrauend. Auch sie wusste natürlich nichts von dem Baumstamm, aber bis hierhin war tatsächlich alles gutgegangen, wenn ihr auch einmal fast der Morast den Stiefel vom Fuß gerissen hätte. "Gib mir deinen Rucksack", forderte sie Sandra auf, "das Gewicht zieht dich runter!" Sandra tat wie geheißen und hörte tatsächlich auf zu sinken, aber das war eigentlich egal. Nachdem es ihr so lang gelungen war, das makellose Hellgrau ihrer Stiefel zu erhalten, war von diesen jetzt nichts mehr zu sehen. Eva packte ihren kleinen Rucksack in Sandras großen und zog diesen dann auf. Danach bückte sie sich, suchte unterhalb Sandras Knien nach deren Stiefeln und begann zu ziehen. In diesem Moment öffneten sich die Himmelschleusen und ein Platzregen erster Güte ging hernieder. Binnen Minuten war die Wiese ein einziges Schlammloch. Eva ließ sich nicht stören. Sie begann gerade erste Erfolge zu verzeichnen, als Sandra leise aufschrie: "Eva, Mensch! Pass auf!" Eva folgte erstaunt Sandras Blick und sah erschrocken, dass sie beidseitig bis zum Stulpen versunken war. Vorsichtig ließ sie von Sandra ab und beugte sich nach hinten, als sie merkte dass sie dadurch weiter einsank. Verzweifelt begann sie zu ziehen, erreichte dadurch aber nur denselben Effekt wie vorher Sandra: Ihre Füße rutschten, die Gummistiefel aber bewegten sich nicht. Bloß, dass sie damit nicht mehr gerechnet hatte und ihren herausgeschlüpften rechten Fuß nun nicht mehr hineinbekam. Der vom Regen verflüssigte Matsch drückte den Gummi mühelos zusammen und ließ sich nicht mehr auseinander zwängen. Eva stützte sich auf Sandra, die immer noch unbewegt, mittlerweile bis über die Knie im Matsch stand und zog mit aller Kraft an ihrem Stiefel. Dass der weiche Baumwollflaum, der ihre Füße so umschmeichelte, von Schlamm ruiniert werden könnte, erschien ihr plötzlich wie das schlimmste Horrorszenario. Aber sie konnte es nicht mehr ändern. Zwar bekam sie ihren rechten Stiefel frei, aber als sie glücklich wieder hineinschlüpfte, spürte sie etwas kaltes an ihrem linken Bein. Der dünne Stoffstulpen hatte dem Druck nachgegeben und ein dicker brauner Strom kroch nun über den Rand und lief an ihrem Bein hinab. In Panik und ohne nachzudenken, setzte sie platschend ihren gerade geretteten Stiefel wieder tief in den Matsch und begann wie wild zu zerren. Schon bald merkte sie aber, dass sie bloß wieder im Begriff war hinauszurutschen und bückte sich, um die Hände zu Hilfe zu nehmen. Da versank auch der zweite im Matsch. Ohnmächtig musste sie mit ansehen, wie ihre blauen 40cm tiefer sanken und glucksend volliefen. Sie schaute hoch und sah, dass Sandra lächelte. Sie war klatschnass, durch die aufgeweichte Bluse konnte man ihre nackten Brüste sehen (und Eva sah, dass sie erregt war) und war durch das Aufstützen mittlerweile so weit eingesunken, dass ihr blauer Minirock braune Schlammränder bekam, aber sie lächelte. "Was soll´s Eva?", sagte sie, "letzten Endes ist es doch nur flüssige Erde und du musst zugeben, dass die Situation komisch ist."
Thomas stand plötzlich neben ihnen, seine roten Romikas keine 10cm tief im Schlamm und grinste breit: "Kinder, Kinder, ich dachte Ihr seid raus aus dem Alter, wo man im Matsch spielt!" Sandra tastete verblüfft nach Thomas Halt und fühlte plötzlich den Baumstamm, keinen halben Meter neben ihr. Auf einmal brach sie in wieherndes Gelächter aus. Eva blickte abwechselnd von dem grinsenden Thomas zu der lachenden Sandra und dann wieder zurück. Als sie begriff musste auch sie lachen, nicht jedoch, ohne Thomas einen ordentlichen Schubs zu geben...