German Story 7 Der letzte Urlaubstag
from Tanja
Es war ein schöner Sommertag, an dem Anja und Olaf beschlossen, ihren Urlaub durch eine Wanderung zu den Ruinen der nahegelegenen Burg zu krönen. Sie hatten schon einige Spukgeschichten über die Burg gehört, aber darauf gaben die beiden nichts.
Anja und Olaf rüsteten sich mit wetterfester Kleidung aus, und da es an den letzten Tagen ununterbrochen geregnet hatte, zogen beide ihre knielangen Gummistiefel an. Olaf trug die Schwarzen, Anja bevorzugte die modisch weißen. Manchmal tauschten die beiden auch, denn sie hatten die gleiche Schuhgröße. So auch heute. Diesmal hatte Olaf jedoch eine neue Idee. Sie tauschten nur einen Stiefel, so dass jeder einen schwarzen und einen weißen Gummistiefel anhatte. Hand in Hand marschierten sie los und entlockten mit ihrem Outfit so manchem entgegenkommenden Wanderer ein Lächeln.
Vom nassen Waldboden, der noch sehr aufgeweicht war, stiegen in der immer wärmer scheinenden Sonne Dunstschwaden auf. An manchen Stellen war der Boden noch so schlammig, dass die beiden bis zu den Knöcheln im Morast versanken. Unverdrossen stapften sie weiter, ihre Stiefel immer wieder aus dem Schlamm ziehend. Die Gummistiefel waren inzwischen teilweise mit einer Matschkruste überzogen, denn in der Sonne trocknete der Schlamm schnell. Olaf hatte mittlerweile sein Hemd ausgezogen und ging mit nacktem Oberkörper.
Als Anja und Olaf an einen Felsen kamen, wurde der Weg zu einem schmalen Pfad, an dem es auf der anderen Seite steil bergab ging. Sie mussten einander loslassen und tasteten sich nacheinander den Felsen entlang. Weil Anja Angst hatte, ging Olaf vorweg. An einer besonders schlammigen Stelle passierte es. Olaf geriet ins Rutschen und fand keinen passenden Halt am Felsen. Mit einem Aufschrei schlitterte er den Abhang hinunter. Er drehte sich auf den Bauch und versuchte mit beiden Händen einen Halt zu finden, was auf dem glatten Untergrund natürlich unmöglich war. Anja schrie ebenfalls vor Sorge und rutschte vorsichtig von Baum zu Baum hinterher. Einmal fiel sie auf den Po, so dass ihre weiße Hose hinten matschig - braun wurde, doch das bemerkte sie in diesem Moment gar nicht. Die Sorge um Olaf trieb sie weiter hinab, und endlich war sie bei ihm angelangt. Er drehte sich gerade auf den Rücken und setzte sich auf. Auch seine (ehemals schwarze) Hose war voller Schlamm, Bauch, Brust und Arme glitzerten matschig-feucht. Ihm war zum Glück nichts passiert. Voller Freude umarmte Anja ihn, und danach zeichneten sich seine Körperformen auf ihrer weißen Bluse ab. Übermutig versuchten sie nun einander vollkommen einzuschlammen. Die Gummistiefel hatten inzwischen alle eine matschig-braune Farbe angenommen und bald war der Übergang zur Hose nicht mehr zu erkennen. Es sah aus, als hätten sie hüfthohe Stiefel an. Sie bewarfen sich gegenseitig mit Schlammklumpen und hatten noch allerlei verrückte Ideen, was man mit Matsch noch alles machen kann.
Ein plötzlicher Regenschauer bereitete ihrem Spiel den Höhepunkt. Anja und Olaf wälzten sich im regennassen Schlamm... - An der Burgruine sind sie natürlich nicht mehr angekommen, doch da sie im nächsten Urlaub in den gleichen Ort fahren werden, können sie die Wanderung ja noch einmal machen. Vielleicht endet sie aber auch wieder an der gleiche Stelle ???