Für alle die Gummistiefel lieben

German Story 8 Anja und Olaf in Seenot

German Story 8 Anja und Olaf in Seenot

German Story 8 Anja und Olaf in Seenot

Wochenlang brannte nun schon die Sonne vom Himmel. Anja und Olaf beschlossen zu einem Wochenendtrip an die Nordsee zu fahren. Zelt, Badesachen und Sonnencreme mussten ins Gepäck, aber auch Regenjacken und Gummistiefel durften nicht fehlen. Am Samstagmorgen kurz vor Sonnenaufgang brachen sie voller Tatendrang zu einer Wattwanderung auf. Proviant, Getränke und zur Sicherheit Regenkleidung, nahmen die Beiden in einem Rucksack mit.

Anja trug knielange, weiße Stiefel, Olafs Gummistiefel waren ebenso lang aber schwarz. Immer wieder sackten die beiden bis zur Wade ein. Manchmal mussten sie beide Hände zur Hilfe nehmen, um sich mit den Stiefeln wieder aus dem Matsch zu ziehen. Schnell waren die Gummistiefel voller Schlick und da das Gehen sehr beschwerlich war, legten sie eine Rast ein. Sie setzten sich in den Matsch, so dass ihre Beine nun auch schlammig wurden. Wo sie noch sauber waren, malten sie sich gegenseitig mit den Fingern an.

Inzwischen hatte der Himmel sich bezogen und war ganz grau, doch Anja und Olaf bemerkten das nicht. Sie liefen weiter und bewarfen sich gegenseitig mit Schlick. In einem Priel, der kaum noch Wasser führte, wälzten sie sich im Schlamm. Voller Entzücken bemerkten sie den warmen Sommerregen, der plötzlich auf sie niederprasselte und den Priel langsam mit Wasser füllte. Anja und Olaf vergaßen alles um sich herum, bis der Priel mit Wasser gefüllt war und das Wasser trotzdem weiter stieg. Die Flut hatte eingesetzt. In höchster Eile sammelten sie ihre Sachen ein und liefen in Richtung Küste. Doch das Wasser war schneller. Tiefe Priele, die sie vorher mühelos durchquert hatten, waren inzwischen ebenfalls mit Wasser gefüllt. Wegen der starken Strömung war an ein Durchschwimmen nicht zu denken. Als Anja sich umblickte, sah sie einen Turm aus Metallstreben mit einer kleinen Plattform am oberen Ende. Sie rief nach Olaf, der inzwischen versuchte den Priel zu umgehen. Als die beiden den Turm erreichten, ging ihnen das Wasser schon bis zu den Oberschenkeln. Sie kletterten außer Atem hinauf und mussten sich erst einmal ausruhen. Der Regen hatte inzwischen aufgehört und ein leichter Wind vertrieb die Wolken. Olaf entdeckte einen kleinen Metallkasten, in dem eine Leuchtpistole lag. Da sie sich nicht wirklich in Gefahr fühlten, machten Anja und Olaf davon aber keinen Gebrauch. Viel lieber schwelgten sie in den Erinnerungen an das im Priel erlebte. Als die Sonne wieder brannte, rieben sie sich hingebungsvoll mit Sonnenmilch ein. Dank des Proviants mangelte es ihnen an nichts und sie warteten auf die nächste Ebbe.

Schließlich konnten sie wieder aufbrechen und setzten ihren Marsch Richtung Festland fort. Trotz der Müdigkeit machten sie nochmals an einem Priel halt, achteten diesmal aber auf die Zeit. Gerade als die Sonne unterging erreichten sie die Küste. Sie setzten sich an den Deich und beschlossen auch das nächste Wochenende an der Nordsee zu verbringen.